Mit der neu erschienenen Broschüre „Leitfaden zur insektengerechten Unterhaltung von Landschaftselementen in der niedersächsischen Agrarlandschaft“ liefern der NLWKN und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen praxistaugliche Empfehlungen, um Biodiversitätsmaßnahmen effektiv und zielgerichtet in der Agrarlandschaft umzusetzen. Im Fokus stehen dabei Strukturen wie Hecken, Gräben, Säume, Ackerrandstreifen und Blühflächen – Lebensräume, deren gezielte Pflege und Entwicklung einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Insektenvielfalt in Agrarökosystemen leisten kann.

Insekten erfüllen in Agrarökosystemen zentrale ökologische Funktionen: Als Bestäuber zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen, Zersetzer, Bestandteil von Nahrungsnetzen und als natürliche Antagonisten von Schädlingen tragen sie wesentlich zur ökologischen Resilienz und funktionalen Stabilität landwirtschaftlicher Systeme bei. Die Insektenvielfalt ist rückläufig – fast die Hälfte der in Niedersachsen gelisteten Insekten- und Spinnenarten gilt als bedroht. Zu den vielschichtigen Ursachen zählen unter anderem der Klimawandel, Umweltbelastungen sowie die Veränderungen in der Landnutzung.
Der Leitfaden zeigt praxistaugliche und förderfähige Maßnahmen, mit denen die Biodiversität gezielt unterstützt werden kann. Gerade in einer kleinteilig strukturierten Landschaft mit abwechslungsreichen Randstrukturen und intakten Saumbiotopen profitieren auch die Ackerkulturen: Natürliche Schädlingsregulation und stabile Bestäuberpopulationen erhöhen die Resilienz der Anbausysteme.
Die Broschüre bietet neben konkreten Maßnahmenbeschreibungen auch Hinweise zu Fördermöglichkeiten – etwa über die Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK), die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM), die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) sowie Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK). Sie ist Teil des Aktionsprogramms Insektenvielfalt des Umweltministeriums Niedersachsen im Rahmen des Niedersächsischen Wegs.
