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Precise Nitrogen

Teilflächenunterschiede auf Ackerflächen müssen bei der Stickstoffdüngung berücksichtigt werden um das volle Ertragspotenzial der Pflanzenbestände auszuschöpfen und gleichzeitig Stickstoffeinträge in die Umwelt zu minimieren. Um eine konkrete Empfehlung für die Stickstoffdüngung abzuleiten, müssen standort- und zeitspezifische Daten erhoben und zusammengeführt werden. Das Projekt Precise Nitrogen untersucht auf Schlagebene, ob die Ausbringung von Stickstoffdünger durch die Berücksichtigung von Daten aus Satellitenbildern, Bewirtschaftung und Mikroklimasensoren optimiert werden kann.

Mikroklimasensor im Weizenbestand (Quelle Wester NAN)
Mikroklimasensor der Agvolution GmbH © Linda Tendler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Präzisionslandwirtschaft im Praxistest

Vorgehen im Projekt Precise Nitrogen © Linda Tendler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Vier Landwirtschaftsbetriebe, die im Einzugsgebiet der Bezirksstelle Braunschweig der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wirtschaften, haben für das Projekt Versuchsflächen mit Winterweizen auf heterogenen Standorten mit sandigen, tonigen sowie lehmigen Böden angelegt. Auf Streifen von je einer Spritzbreite wird die Stickstoffdüngung in verschiedenen Varianten durchgeführt:

  1. In der Standardvariante wird die maximale Stickstoffdüngung entsprechend der Düngeverordnung in drei Gaben ohne Berücksichtigung von Teilflächenunterschieden ausgebracht.
  2. In der satellitengestützten Variante bleibt die Gesamtmenge der Stickstoffdüngung gleich, aber die Verteilung innerhalb der drei Gaben wird anhand aktueller Satellitenbilder von der Bestandsentwicklung angepasst.
  3. In der Variante „Ökosystemmodell“ wird die Verteilung der Stickstoffdüngung aus einem Simulationsmodell abgeleitet. Dieses nutzt, neben den Daten aus den Satellitenbildern, auch Informationen aus Bodenkarten, vegetationsbegleitenden Messungen und Betriebsmanagement. Künftig sollen auch Mikroklimadaten von Feldsensoren berücksichtigt werden.
  4. In einer zweiten Variante zum „Ökosystemmodell“ variiert zusätzlich die Gesamtmenge der Stickstoffdüngung.

Erste Ergebnisse

Im ersten Versuchsjahr 2020/21 konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Düngevarianten in der Stickstoffeffizienz nachgewiesen werden. Der Effekt der Teilflächen ist den Ergebnissen nach bedeutsamer als der Effekt der Düngevarianten. Eine eindeutige Aussage kann allerdings erst nach Abschluss des Projektes getroffen werden. Es muss über mehrere Jahre ein Vergleich der Varianten auf unterschiedlichen Betrieben, auf möglichst vielen Standorten mit wechselnden Böden durchgeführt werden, um ein übertragbares Ergebnis zu erzielen. 

Wie es weitergeht

In dem zweiten Versuchsjahr 2021/22 werden daher weitere Großflächenversuche angelegt. Durch weitere Daten entsteht ein aussagekräftigerer Datensatz, der zeigt, ob sich die Ergebnisse des ersten Versuchsjahres bestätigen. Auch sollen die im Projekt gesammelten Erfahrungen in einem Leitfaden für landwirtschaftliche Betriebe zusammengestellt werden.

Projektpartner

Neben den vier Projektbetrieben, sind die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Abteilung Agrartechnik der Georg-August-Universität Göttingen, das Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkennung des Julius Kühn-Instituts, die LUFA Nord-West und das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. an dem Projekt beteiligt.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des ELER-Fonds.                                                                                                                                                                  Unter den folgenden Links können weitere Informationen zum Projekt abgerufen werden:

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/56/nav/1195/article/35620.html

https://www.lwk-niedersachsen.de/bezst-braunschweig/news/38719_Precise_Nitrogen_Teilfl%C3%A4chenspezifische_D%C3%BCngung_im_Praxistest