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Demonstrationsbetriebe in Niedersachsen

Landwirtschaftliche Demonstrationsbetriebe zeichnen sich durch ihre Bereitschaft aus, neue Entwicklungen und Konzepte zu erproben und auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen. Darüber hinaus spielen sie für die Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. Demonstrationsbetriebe werden im Folgenden von Betrieben abgegrenzt, die nur zu einer sehr konkreten Fragestellung einzelne Versuche auf ihren Flächen durchführen. Allerdings lassen sich derartige Versuchsbetriebe nicht immer klar von Demonstrationsbetrieben unterscheiden.

Demonstrationsbetriebe werden entweder mit öffentlichen Mitteln von EU, Bund oder Land gefördert oder von Unternehmen der Agrarwirtschaft finanziert. Die  Karte zeigt die Leitbetriebe im „Netzwerk Pflanzenbau“ und im „Netzwerk Ökologischer Landbau“, die Fokusbetriebe der „Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie Niedersachsens“ sowie die von der Agrarwirtschaft initiierten Demonstrationsbetriebe. Sie können sich die Betriebe, nach diesen vier Kategorien geordnet, anzeigen lassen:

Filter nach Kategorie

Im Folgenden werden die aktuell laufenden Initiativen zu den niedersächsischen Demonstrationsbetrieben im Bereich Ackerbau, wie sie auf der Karte aufgeführt sind, näher vorgestellt. Diese Auflistung garantiert keine Vollständigkeit und ist ein fortlaufender Prozess.  Zudem beinhaltet sie keine Initiativen, die sich noch in der Anfangsphase befinden und zu denen noch kein Demonstrationsbetrieb bekannt gegeben wurde.

Fokusbetriebe der Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie Niedersachsens

Im Niedersächsischen Weg haben die Vertragspartner eine nachweisliche Reduzierung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel vereinbart. Um zu zeigen, wie das gehen kann, sollen Leitbetriebe eingerichtet werden. Die Leitbetriebe sind ein erster Baustein der Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie Niedersachsens, die derzeit im Landwirtschaftsministerium erarbeitet und mit den Gremien des Niedersächsischen Weges abgestimmt wird. Der erste Leitbetrieb ist die „Dreiländereck GmbH & Co KG“ im Einzugsgebiet des Seeburger Sees (Landkreis Göttingen). Es werden vier weitere Leitbetriebe in den unterschiedlichen ackerbaulichen Regionen Niedersachsens eingerichtet, und zwar in Hannover, Leer, Otterndorf und Gifhorn. Die Umsetzung der Pflanzenschutzmittel-Reduktionsstrategie fördert das Land mit 1 Million Euro aus dem 31,5 Millionen Euro schweren Maßnahmenpaket „Stadt.Land.Zukunft“.

Leitbetriebe Netzwerk Pflanzenbau

Dieses Netzwerk wurde im Rahmen der Ackerbaustrategie 2035 als Leuchtturmprojekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert und finanziert. Das Ziel des Netzwerks ist es, die Vermittlung von Wissen über nachhaltigen Pflanzenbau zu fördern. Neben der Öffentlichkeitsarbeit geht es um den Austausch innerhalb der Praxis. Das Netzwerk startete am 1. Oktober 2021. In Niedersachsen nehmen derzeit 16 Betriebe teil. Die Koordinationsstelle setzt sich aus der Agentur m&p: public relations, der DLG – Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. und der FiBL Projekte GmbH zusammen.

Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau

Das Netzwerk ist eine Maßnahme des Bundesprogramms „Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN). Das BÖLN versteht sich als ein dynamisches Instrument des BMEL zur Stärkung und zum Ausbau der ökologischen und nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Insgesamt gibt es bundesweit 290 ausgewählte Betriebe. Davon liegen 31 in Niedersachsen, die Ackerbau betreiben. Die teilnehmenden Betriebe arbeiten seit Jahren zertifiziert nach den Kriterien des ökologischen Landbaus und sind fast alle auch Mitglied in einem ökologischen Anbauverband. Die Koordination des Netzwerkes liegt bei der Agentur m&p: public relations und der FiBL Projekte GmbH.

Demonstrationsbetriebe von den Unternehmen der Agrarwirtschaft

Bayer ForwardFarming

Bayer CropScience geht bei seiner weltweiten ForwardFarming-Initiative Partnerschaften mit landwirtschaftlichen Betrieben ein, um seine Konzepte für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft zu zeigen und arbeitet hierzu auch mit externen Experten zusammen. Zudem eröffnen die Praxisbetriebe die Möglichkeit, die Maßnahmen einer nachhaltigen Landwirtschaft einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Die fünf Themenschwerpunkte sind der integrierte Anbau, die Biodiversität, die Bienengesundheit, der Gewässer- und Anwenderschutz. Eine der bisher vier ForwardFarms in Deutschland liegt in Niedersachsen (Selterhof der Familie Bohnsack in Erzhausen bei Einbeck).

AGRAVIS Future Farm

Auf der Future Farm in Suderburg (Landkreis Uelzen) untersucht seit 2018 die AGRAVIS zusammen mit dem Betriebsinhaber Dr. Lutz Beplate-Haarstrich neue Techniken und Methoden in der Landtechnik und im Pflanzenbau sowie die Vernetzung digitaler Konzepte und Module. Ziel der Untersuchungen ist die Entwicklung praxisnaher Konzepte, die den landwirtschaftlichen Betrieben die Verknüpfung der vielen digitalen Möglichkeiten erleichtert bzw. abnimmt. Die Wissensvermittlung der Ergebnisse findet in Rahmen von Seminaren, Workshops und Feldtagen statt.

Väderstad Vision Farm

Im Juni 2022 wurde die Väderstad Vision Farm in Rottdorf am Klei (Landkreis Helmstedt) eröffnet. Auf ca. 50 ha Ackerland untersucht Väderstad mit seinen Gerätesystemen und in Kooperation mit Saatgutherstellern Fragestellungen zur Aussaat und Bodenbearbeitung. Unterschiedliche Reihenabstände, Ablagetiefen und Fahrgeschwindigkeiten kommen dabei neben weiteren modernen Technologien zur Anwendung.  Darüber hinaus werden Aussaaterfahrungen mit neuen Kulturen dokumentiert. Zudem nutzt Väderstad den Ort für Schulungen von Kunden und Vertriebspartnern.