Zum Inhalt springen
Startseite » Aktuelles » Praxisnahe Einblicke in den Ackerbau für Akteure im Naturschutz

Praxisnahe Einblicke in den Ackerbau für Akteure im Naturschutz

Im Rahmen des neuen Veranstaltungskonzeptes „Landwirtschaft verstehen – eine Einführung für Naturschützende“ der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) fand am 7. Mai 2026 die Exkursion zur Vertiefung des Themenfeldes Ackerbau in Kooperation mit dem Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V. und dem Ackerbauzentrum Niedersachsen statt.

Dazu ging es für die 30 Seminarteilnehmer aus öffentlichen und privaten Naturschutzeinrichtungen auf zwei unterschiedliche rund 400 Hektar große Haupterwerbsbetriebe in Niedersachsen, die beide eine sehr bodenschonende Bewirtschaftungsweise verfolgen. Doch bevor es in den Austausch mit den Praktikern ging, begrüßten Gesche Züghart und Tjede Nordhoff von der Naturschutzakademie und Hilmar Freiherr von Münchhausen vom NAN e.V./ Ackerbauzentrum Niedersachsen die Gäste. Danach stellte Maximilian Meister vom NABU e.V. eine Studie zur Konservierenden Landwirtschaft vor, die gemeinsam mit der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB) e.V. und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSTW) erarbeitet worden ist. Die Ergebnisse zeigen, dass landwirtschaftliche Betriebe, die das System der Konservierenden Landwirtschaft – minimaler Bodeneingriff (Direktsaat), dauerhafte, artenreiche Bodenbedeckung, vielfältige Fruchtfolge – anwenden im Vergleich zum herkömmlichen Ackerbau mit tiefer wendender Bodenbearbeitung durch den Pflug weniger Betriebsmittel einsetzten, eine bessere Bodengesundheit aufwiesen und zumindest bei Winterweizen einen höheren Deckungsbeitrag erreichten.

Burkhard Fromme stellt den Naturschützenden das Anbausystem mit Direktsaatverfahren vor. © NAN/S.v.Davier

Danach stellten Burkhard und Hendrik Fromme ihren Betrieb in Scheppau (LK Helmstedt) vor. Der konventionell wirtschaftende Betrieb setzt auf das Direktsaatverfahren, bei der fast auf jede Bodenbearbeitung verzichtet wird. Burkhard Fromme erläuterte, wie das gesamte Anbausystem ausgerichtet werden muss, damit diese Bodenruhe ackerbaulich funktionieren kann. Anschließend fuhr die Gruppe in den Vorharz nach Hornburg (LK Wolfenbüttel) zum Hof von Moritz Reimer. Auch auf diesem nach den Kriterien von Naturland ökologisch bewirtschafteten Betrieb wird möglichst auf den Pflug verzichtet und bodenkonservierend gearbeitet. Über eine vielfältige Fruchtfolge gestaltet und meistert Moritz Reimer die ökologischen und ökonomischen Herausforderungen seiner Anbauweise.

Die Naturschutzakteure verfolgten die Standpunkte und Strategien der Landwirte mit großem Interesse und nutzten die Gelegenheit für einen intensiven Austausch. Besonders die offenen Gespräche über Herausforderungen und Chancen von Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft regten die Diskussion an. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der direkte Dialog zwischen landwirtschaftlicher Praxis und den Akteuren im Naturschutz ist. „Ein solch direkter Austausch ist ganz besonders wichtig, um die verbindende Brücke zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu stärken.“ sind sich Tjede Nordhoff und Gesche Züghart mit Hilmar Freiherr von Münchhausen einig.

Moritz Reimer erläutert den Naturschützenden seine Anbauweise als bodenschonender, ökologisch wirtschaftender Betrieb. © NAN/S.Schläger

Über die Veranstaltung: Die Exkursion ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz. Über mehrere Monate wird durch unterschiedliche Formate (Vortragsveranstaltungen, digitale Formate und Exkursionen) landwirtschaftliches Grundlagenwissen an Naturschützende vermittelt. Neben dem Wissensaufbau soll die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Akteuren verbessert und so naturschutzfachliche und landwirtschaftliche Ziele besser in Einklang gebracht werden. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum durchgeführt. Die Exkursionen werden mit Fachinstitutionen, wie in diesem Fall dem NAN e.V., und lokalen Partnern organisiert und durchgeführt.

Mehr Informationen finden Sie online.