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Stärke durch Netzwerke: Niedersachsen arbeitet zusammen

Im Ackerbau Niedersachsens ist Zusammenarbeit nicht nur Trend, sondern anerkannter Erfolgsfaktor. Ob die Arbeit im Maschinenring oder im Forschungsprojekt, immer mehr Betriebe setzen auf Kooperation, um Ressourcen zu schonen, Wissen zu teilen und gemeinsam stärker zu werden. Dieser Beitrag zeigt, wie solche Partnerschaften in der Praxis funktionieren können und welchen Mehrwert sie für den Ackerbau in Niedersachsen bringen.

Praxisbericht 1: Maschinenringe – gemeinsam effizienter wirtschaften

Maschinenringe sind in Niedersachsen fest etabliert und bieten landwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit, Maschinen, Arbeitskräfte und Know-how zu teilen. Besonders in Regionen mit vielen kleineren und mittleren Betrieben hat sich dieses Modell bewährt.

Beispiele aus der Praxis:
Ein Betrieb nutzt über den Maschinenring gezielt Spezialmaschinen wie Strip-Till-Geräte oder präzise Düngertechnik, die sich ein einzelner Betrieb kaum leisten könnte. Durch die gemeinsame Nutzung entstehen Kostenvorteile, die direkt in die Betriebsentwicklung fließen. Gleichzeitig wird der Maschinenpark effizienter genutzt – ein Gewinn für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.

„MeinAcker-Paket“ für präzise Düngeplanung
Auch die digitale Schlagkartei im MeinAcker‑Paket zeigt, wie Kooperation im Ackerbau funktioniert. In enger Abstimmung zwischen Maschinenringen, Softwareentwicklern und Betrieben unterstützt das System Landwirte bei präziser Düngeplanung und gesetzeskonformer Dokumentation. Der regionale Maschinenring begleitet die Einführung, schult im Umgang und passt die Anwendung an lokale Gegebenheiten an. Rückmeldungen aus der Praxis fließen direkt in die Weiterentwicklung zurück.

So entsteht ein transparentes, praxisnahes Tool, das Bürokratie erleichtert und durch partnerschaftliche Vernetzung noch besser wird. Der Landesverband der Maschinenringe Niedersachsen e.V. als Teil der niedersächsischen Ackerbau-Landschaft ist zudem Mitglied im Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V.

Praxisbericht 2: Leguminosen – gemeinsam mehr auf den Acker bringen

Körnerleguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und Soja gewinnen im niedersächsischen Ackerbau zunehmend an Bedeutung. Das Netzwerk LeguNet bringt landwirtschaftliche Betriebe, Beratung, Forschung, Züchtung, Verarbeitung und Handel zusammen, um den Anbau und die Nutzung von Leguminosen gemeinsam weiterzuentwickeln.

Beispiel aus der Praxis:
Auf Demonstrationsbetrieben werden verschiedene Leguminosen unter Praxisbedingungen angebaut und Anbaustrategien erprobt. Bei Feldtagen, Seminaren und Workshops tauschen die Beteiligten ihre Erfahrungen aus und entwickeln Lösungen für die betriebliche Praxis. Gleichzeitig werden Kontakte zu Abnehmern und Verarbeitern geknüpft, um neue Wertschöpfungsketten zu erschließen. So soll aus dem Austausch zwischen den Akteuren eine konkrete Zusammenarbeit vom Saatgut und Anbau bis zur Vermarktung und Verarbeitung der Ernte entstehen.

Praxisbericht 3: Kooperationsprojekte – Forschung trifft Praxis

Niedersachsen ist Vorreiter, wenn es darum geht, Forschung und Praxis im Ackerbau zu verbinden. Projekte wie FINKAtransfer, GROWTH oder das KI-Reallabor Agrar zeigen, wie Kooperationen Innovationen vorantreiben.

Beispiel FINKAtransfer:
Acht Betriebspaare – jeweils ein ökologisch und ein konventionell wirtschaftender Betrieb – entwickeln gemeinsam Strategien, um die Biodiversität zu fördern und gleichzeitig den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu reduzieren. Der Austausch zwischen den Bewirtschaftungsformen führt zu neuen Erkenntnissen, die direkt in die Praxis zurückfließen.

Beispiel GROWTH
In Praxisversuchen werden neue Anbauverfahren gemeinsam mit den Betrieben erprobt und im Austausch bei Feldgesprächen, Feldtagen und Workshops weiterentwickelt. Dabei fließen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch das Erfahrungswissen der landwirtschaftlichen Betriebe ein.

Beispiel KI-Reallabor Agrar:
Das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen ist Partner in diesem zukunftsweisenden Verbundvorhaben, das den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotik in der Landwirtschaft erprobt und vorantreibt. Im Use Case „Biodiversitätsmonitoring“ testen Betriebe gemeinsam mit Forschungseinrichtungen auch neue Technologien zur Erfassung der Artenvielfalt auf dem Acker.

Warum Netzwerke im Ackerbau so wichtig sind
  • Ressourcen schonen: Gemeinsame Nutzung von Maschinen, Saatgut und Know-how reduziert Kosten und schont die Umwelt.
  • Wissen teilen: Erfahrungen aus der Praxis fließen schneller in die Anwendung und Forschungsprojekte ein und umgekehrt.
  • Innovation fördern: Kooperationen zwischen Betrieben, Forschung und Wirtschaft bringen neue Ideen auf den Acker.
  • Zukunft sichern: Nur gemeinsam lassen sich die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätverlust und Fachkräftemangel bewältigen.
Gemeinsam stärker: Erfolgreiche Partnerschaften im Ackerbau

Wer sich vernetzt, gewinnt an Stärke, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit. Das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V. als Träger des Ackerbauzentrums ist dabei ein zentraler Partner für alle, die den Ackerbau im Land gemeinsam voranbringen möchten. Ob als Mitglied, Projektpartner oder Besucher unserer Veranstaltungen: Die Tür steht offen für alle, die den Ackerbau in Niedersachsen aktiv mitgestalten möchten.