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Das Ackerbauzentrum beim Landeserntedankfest in Cramme: Projekt AGROSOIL im Fokus

Beim Landeserntedankfest am 4. Oktober 2026 in Cramme, Landkreis Wolfenbüttel, präsentierte sich das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e. V. mit dem Ackerbauzentrum Niedersachsen und dem Forschungsprojekt AGROSOIL. Beim Rundgang nach dem Gottesdienst informierten sich auch Frauke Patzke, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje, und der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Dr. Holger Hennies über das laufende Vorhaben.

Im Projekt AGROSOIL wird eng zwischen der Agrarforschung und der Agrarpraxis zusammengearbeitet, um Strategien für eine Reduktion des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel zu entwickeln und zu erproben. Das Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert das europaweit laufende Forschungsprojekt. Das NAN unterstützt die Projektaktivitäten in Deutschland und insbesondere den Austausch mit der landwirtschaftlichen Praxis. Die beteiligten Praxisbetriebe bringen ihre Erfahrungen und unterschiedlichen Standort- und Betriebsbedingungen unmittelbar in die Projektarbeit ein. So werden wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Anforderungen miteinander verknüpft.

Gemeinsam für den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis: Christian Schwetje und Marion Budde-von Beust vom Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e. V. beim Landes-erntedankfest in Cramme.

Einer von fünf am Projekt beteiligten Landwirten ist Christian Schwetje aus Cramme. Er berichtete über seine Erfahrungen aus dem ersten Versuchsjahr beim Anbau von Körnermais. Im Rahmen des Projektes reduziert er auf einer Anbaufläche den Einsatz von Herbiziden und kontrolliert das Unkraut stattdessen mit Striegel und Hacke. Für die Versuche wird unter anderem eine Photohacke des Julius Kühn-Instituts (JKI) genutzt. Seine bisherige Erkenntnis: Der Mais hat sich auch mit der mechanischen Unkrautkontrolle gut entwickelt.

Neben den praktischen und den ökonomischen Auswirkungen eines Verzichts auf chemische Pflanzenschutzmittel wird im Projekt AGROSOIL auch untersucht, wie sich agrarökologische Ansätze auf das Bodenmikrobiom auswirken. Die These: Ein intensives Bodenleben und intakte mikrobielle Gemeinschaften im Boden lösen positive Funktionen im Unkrautmanagement aus.

Das Landeserntedankfest bot eine gute Gelegenheit, den praxisorientierten Forschungsansatz von AGROSOIL vorzustellen und erste Erfahrungen aus dem Projekt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Öffentlichkeit auszutauschen.