Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen beantragen zunehmend die freiwilligen, einjährigen Ökoregelungen (ÖR) der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), wie eine Auswertung der eingegangenen Agraranträge im Jahr 2026 ergeben hat. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Fläche im Jahr 2026 um 11,9 % angestiegen. Bei den Antragstellenden macht das einen Zuwachs von 1,7 % aus.
Insbesondere bei den Grünlandmaßnahmen ist eine Zunahme zu verzeichnen. Aber auch der „Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel“ (ÖR 6) stieg in diesem Jahr um weitere 512 Betriebe an, welches in der Fläche 4.000 ha ausmacht. Nur den Ackerbau betreffend ist der „Anbau von vielfältigen Kulturen“ (ÖR 2) um 26,7 % auf 186.000 ha angestiegen. Das sind mit 1.217 Anträgen rund 19 % mehr.
Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML), Frauke Patzke:
„Die Zahlen zeigen deutlich, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte bereit sind, freiwillig zusätzliche Leistungen für Klima-, Natur- und Artenschutz zu erbringen. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen praktikabel ausgestaltet sind und die Leistungen angemessen honoriert werden. Die hohe Beteiligung an den Grünlandmaßnahmen sowie am Verzicht auf Pflanzenschutzmittel unterstreicht, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, zum Klimaschutz und zur Biodiversität leisten. Die Auswertung der Agraranträge zeigt zugleich, dass sich freiwillige Agrarumweltmaßnahmen und eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft nicht ausschließen. Vielmehr sind die Ökoregelungen inzwischen ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Landwirtschaftspolitik und müssten auch in der nächsten Förderperiode ab 2028 als einjährige Agrarumweltmaßnahmen angeboten und unter Federführung der Bundesländer weiter ausgebaut werden.“
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