Am 30.07.2026 besuchte der Bundestagsabgeordnete Alexander Jordan das Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge der Technischen Universität Braunschweig in Braunschweig. Gemeinsam mit der TU Braunschweig stellte das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN) dort das Projekt ALTAN vor, das sich mit alternativen Antriebskonzepten für landwirtschaftliche Maschinen befasst.
Zum Auftakt gab Professor Ludger Frerichs als Leiter des Instituts eine Einführung in die besondere Stärke der Region Braunschweig als Forschungsstandort für Landwirtschaft und Landtechnik. Er verwies auf die enge Verzahnung der TU Braunschweig mit weiteren Forschungseinrichtungen wie dem Julius Kühn-Institut und dem Thünen-Institut, aber auch mit dem NAN. Dabei betonte er: „Forschung ist immer dann gut, wenn man auch etwas davon hat. Daher ist der enge Kontakt zur Praxis so wichtig. Gerade der direkte Austausch mit dem NAN und den damit verbundenen landwirtschaftlichen Betrieben ist entscheidend, damit Forschung in der Praxis ankommt und dort wirksam wird.“
Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer des NAN und Leiter des Ackerbauzentrums Niedersachsen, stellte anschließend die Struktur des NAN und dessen Arbeit vor. Mitglieder im NAN sind wissenschaftliche Einrichtungen wie die TU Braunschweig ebenso wie landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen der Agrarwirtschaft. Er betonte, dass der Standort Warberg für das NAN und das Ackerbauzentrum Niedersachsen hervorragend geeignet sei, weil hier die Nähe zu den Forschungseinrichtungen ebenso gegeben sei wie die Brücke zwischen wissenschaftlicher Entwicklung und praktischer Anwendung. Zugleich unterstrich er die Bedeutung der EIP-Agri-Projektförderung für die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung von Innovationen in der Landwirtschaft.
Professor Frerichs knüpfte daran an und verdeutlichte die Relevanz verlässlicher Kooperationen zwischen Forschung und Praxis auch anhand von Beispielen aus anderen Branchen. Ziel sei es, gemeinsam „Blaupausen“ zu entwickeln, die den Transfer innovativer Ansätze in die Anwendung erleichtern. Mit Blick auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wurde deutlich, dass Förderinstrumente weiterhin so ausgestaltet sein sollten, dass sie die gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen auch künftig unterstützen.
Im Anschluss stellte Felix Gerdes, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Braunschweig und Verantwortlicher im Projekt ALTAN, das Vorhaben ausführlich vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche alternativen Antriebskonzepte für Landmaschinen unter welchen betrieblichen Bedingungen sinnvoll eingesetzt werden können. Dabei werden unterschiedliche Energieträger und deren Kombinationen ebenso berücksichtigt wie die konkreten Anforderungen in der landwirtschaftlichen Praxis.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass sich die Wahl des Energieträgers stets nach dem jeweiligen Einsatzprofil, dem Ort und dem Zeitpunkt der Anwendung richtet. Dabei könne theoretisch eine Vielzahl von Varianten in Betracht kommen. Zugleich wurden auch Sicherheitsaspekte, insbesondere im Zusammenhang mit Cyberkriminalität, als sehr wichtig hervorgehoben.
Zum Abschluss führte Professor Frerichs die Gäste durch das Institut und stellte weitere Forschungsprojekte vor.