Biokraftstoff, Biomethan oder Strom? Was treibt die Landtechnik zukünftig an?
Das EIP Agri geförderte Projekt "ALTAN" erarbeitet Entscheidungshilfen für alternativ angetriebene Landmaschinen in Niedersachsen
Worum geht es bei ALTAN?
Mit der Übergabe des Bewilligungsbescheids ist der offizielle Startschuss für das Projekt ALTAN gefallen. Das Vorhaben wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri) gefördert und widmet sich einer zentralen Zukunftsfrage der Landwirtschaft: Welche alternativ angetriebenen Landmaschinen passen zu welchem Betrieb?
Zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen stehen landwirtschaftlichen Betrieben zunehmend neue Maschinen- und Antriebskonzepte zur Verfügung, darunter elektrische Antriebe sowie mit CNG oder HVO betriebene Systeme. Für die Praxis bleibt jedoch häufig offen, unter welchen betrieblichen Bedingungen diese Technologien wirtschaftlich, zuverlässig und sinnvoll eingesetzt werden können.
- ALTAN entwickelt praxisnahe Entscheidungshilfen für die Wahl alternativer Antriebe.
- Basis ist eine realitätsnahe „Landwirtschaftliche Verfahrenssimulation“ der TU Braunschweig.
- Ziel: Wirtschaftliche und klimafreundliche Maschinenkonzepte für niedersächsische Betriebe.
Warum alternativ angetriebene Landmaschinen?
Unterschiedliche Betriebsstrukturen, Flächengrößen, Einsatzprofile, Energiepreise und Infrastrukturen erschweren allgemeingültige Empfehlungen. ALTAN untersucht repräsentative Modellbetriebe in Niedersachsen, um belastbare Aussagen zu Maschinendimensionierung, Einsatzgrenzen und notwendiger Hofinfrastruktur für neue Maschinenkonzepte zu treffen.
Bullets (optional als Icon-Liste):
- Vergleich verschiedener Antriebe (elektrisch, CNG, HVO, ggf. weitere)
- Berücksichtigung realer Einsatzprofile aus Ackerbau, Milchviehhaltung und Energieerzeugung
- Einbeziehung von Energiebedarf, Einsatzzeiten und Infrastruktur vor Ort
Wie funktioniert die ALTAN-Simulation?
Im Projekt werden repräsentative Modellbetriebe in Niedersachsen mithilfe der am Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge der Technischen Universität Braunschweig entwickelten „Landwirtschaftlichen Verfahrenssimulation“ untersucht. Die Simulation bildet Verfahrensketten zur Pflanzenproduktion und Tierhaltung, Energiebedarfe und Einsatzzeiten realitätsnah ab.
Darauf aufbauend entsteht eine anwenderorientierte Variante der Simulation. Sie soll es Betrieben, Beratungsstellen und weiteren Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen, ohne Programmierkenntnisse eigene Szenarien zum Einsatz alternativer Energieträger auf ihren Betrieben zu prüfen.
Kernpunkte sind:
- Detaillierte Abbildung von Verfahrensketten (Pflanzenproduktion, Tierhaltung)
- Analyse von Energiebedarf und Einsatzzeiten
- Grundlage für Empfehlungen zu Maschinendimensionierung und Infrastruktur
- Später: Online-Tool für eigene Szenarien – ohne Programmierkenntnisse
Wer macht mit?
Umgesetzt wird ALTAN in einer Operationellen Gruppe. Beteiligt sind unter anderem die landwirtschaftlichen Betriebe:
• Hof Fleming, Landkreis Cloppenburg (Dr. Kathrin und Dr. Henning Müller)
• Gut Beuchte, Landkreis Wolfenbüttel (Renhold Wiltfang)
• Hof Maatmann, Landkreis Grafschaft Bentheim (Gerald Maatmann)
Sie bringen reale Einsatzprofile, Maschinenflotten, Hofinfrastruktur und Praxiserfahrungen aus Ackerbau, Milchviehhaltung und Energieerzeugung ein.
Die Projektkoordination übernimmt das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V.
Das Projekt „BlaubaD“ wurde im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri) gefördert. Die Förderung unterstützt kooperative Innovationsprojekte, die Impulse für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und tiergerechte Agrar- und Ernährungswirtschaft setzen. Ziel ist die Förderung von Innovationen und die Verbesserung des Wissensaustausches zwischen Wissenschaft und landwirtschaftlicher Praxis.