Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter der landwirtschaftlichen Praxis, dem Naturschutz, der Beratung, Landtechnik- und Züchtungsunternehmen sowie Agrarverwaltung folgten der Einladung des Julius Kühn-Instituts (JKI) und des Netzwerks Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V. und nahmen an dem ersten Workshop des Projektes AGROSOIL am 11. Februar 2026 beim Ackerbauzentrum Niedersachsen auf der Burg Warberg teil. Das durch das JKI koordinierte europäische Forschungsprojekt AGROSOIL adressiert die gemeinsame Entwicklung agrarökologischer Unkrautmanagementstrategien unter Einbindung vielfältiger Akteure. Dabei soll ein agrarökologisches Unkrautmanagement zu einer Reduktion des Herbizid- und Pflugeinsatzes im Ackerbau beitragen und zudem Strategien der Unkrautkontrolle untersucht werden, die das Bodenmikrobiom berücksichtigen. Die Agrarforschung geht davon aus, dass eine gezielte Steuerung des Bodenmikrobioms dazu beiträgt, die Unkrautkontrolle effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Bodengesundheit zu fördern.
Für eine praxisorientierte Umsetzung der Maßnahmen wird im Verbundvorhaben AGROSOIL in nationalen Landschaftslaboren gearbeitet. Das Landschaftslabor in Deutschland trägt den Titel „Zwischen Harz und Heide“ und liegt in der Region zwischen Hannover und Helmstedt sowie Goslar und Uelzen. Durch den Multi-Stakeholder-Ansatz sollen die agrarökologischen Strategien ganzheitlich gedacht werden. Für den gemeinsamen Einstieg in das Projekt bewerteten und diskutierten die Workshop-Teilnehmenden bei welchen Problemunkräutern und Ackerkulturen agrarökologische Maßnahmen sinnvoll und praktikabel sein können. Darüber hinaus brachten die Teilnehmenden ihre eigenen Ideen und Strategien ein.
Projektleiterin Dr. Sabine Andert vom Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland des Julius Kühn-Instituts freute sich über den gelungenen Start des AGROSOIL-Landschaftslabors: „Das Engagement, die Erfahrungen und das Wissen der Stakeholder sind essenziell für die gemeinsame Entwicklung von Strategien im agrarökologischen Unkrautmanagement.“
Das NAN unterstützt mit dem Ackerbauzentrum Niedersachsen die Projektaktivitäten. Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer des NAN und Leiter des Ackerbauzentrums, unterstrich die Bedeutung von kooperativen Formaten: „Das Ackerbauzentrum möchte eine stärkere Verzahnung von Agrarpraxis und Agrarforschung erreichen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, damit in der Wissenschaft praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die Herausforderungen des Ackerbaus von morgen erarbeitet werden.“
Das transdisziplinäre Forschungsprojekt AGROSOIL hat eine Laufzeit bis Juli 2028 und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über den Projektträger Jülich (PTJ) gefördert. Die Projektkoordination liegt beim Fachinstitut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland des Julius Kühn-Instituts (JKI). Zudem gehört das JKI-Fachinstitut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik zu den Projektbeteiligten. Insgesamt umfasst das Projekt acht Verbundpartner aus Deutschland, Spanien, Schweden, Norwegen und den Niederlanden.
Mehr Informationen über das Projekt sind online verfügbar.
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