Im Rahmen des Projektes FINKAtransfer fand am 29.04.2026 der erste Feldtag im Landkreis Hildesheim statt. Im Mittelpunkt stand die herbizidfreie Unkrautbekämpfung in der Zuckerrübe. Bei sonniger und trockener Witterung wurden zunächst das Projekt FINKAtransfer sowie Ergebnisse des vorangegangenen FINKA-Projekts vorgestellt.
Im Anschluss präsentierten die Landwirte Tilo Grefe-Huge und Moritz Bleckwenn ihre Betriebe, die BioBördeland GmbH & Co. KG und die DexTerra GmbH.
Das Betriebspaar hat bereits von 2021 bis 2025 am FINKA-Projekt teilgenommen und konnte daher Erfahrungen aus der Zusammenarbeit sowie aus dem Verzicht auf Herbizide und Insektizide im konventionellen Anbau und deren praktischer Umsetzung in verschiedenen Kulturen berichten.
Nach den Vorträgen ging es raus aufs Feld. Eine drei Hektar große Teilfläche eines mit Zuckerrüben bestellten Ackers ist bereits seit Beginn von FINKA im Jahr 2021 herbizid- und insektizidfrei bewirtschaftet. Anders als auf der Restfläche des Schlages wurden hier nun sowohl der Saatzeitpunkt als auch die Sorte verändert. Die Aussaat auf der Maßnahmenfläche erfolgte am 2. April und damit eine Woche später als auf der Vergleichsfläche und es wurde eine Sorte mit breiterer Blattstellung gewählt. Dies soll dabei helfen, Beikräuter möglichst früh zu unterdrücken und die Konkurrenz zur Kultur zu verringern. Die gleichmäßig aufgelaufenen Zuckerrüben befanden sich zum Zeitpunkt des Feldtages im Zweiblattstadium.
Auf der Fläche wurde die betriebsübliche Beikrautregulierung auf den Flächen ohne Insektizide und Herbizide vorgeführt: Dem Einsatz des Hackroboters „Farming GT“ der Firma Farming Revolution folgte ein Striegeldurchgang mit einem Vorführgerät der Firma Lemken, dem Hackstriegel „Thulit“ mit 12 m Breite. Als Abschluss des praktischen Teils hielt Naturland-Berater Julius Heise einen Vortrag über die Unkrautregulierung im ökologischen Anbau von Zuckerrüben. Die Veranstaltung klang mit einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch aus.
Das Projekt FINKAtransfer baut auf den Erfolgen von FINKA („Förderung von Insekten im Ackerbau“) auf und verfolgt das Ziel, Biodiversität im Ackerbau zu stärken sowie Alternativen zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln praxisnah weiterzuentwickeln und das Wissen breit in die Praxis zu übertragen.
Gefördert wird FINKAtransfer durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und gemeinsam vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) sowie dem Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e. V. (NAN) umgesetzt.