Auf dem FINKAtransfer-Betrieb „Hübner Erhardt GbR“ fand am 02.09.2026 eine Betriebsbesichtigung mit zwei Forscherinnen aus Tokio statt: Prof. Dr. Tomoko Ichida arbeitet als Professorin an der Meiji-Universität im Fachbereich Agrifood und Umweltpolitik, Dr.-Ing. Kyoko Iida in der Forschungsabteilung des japanischen Ministeriums für Agrar-, Forstwirtschaft und Fischerei. Beide setzen sich mit der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln, alternativen Beikrautregulierungsmaßnahmen und der landwirtschaftlichen Praxis im Ökolandbau, der in Japan etwa 0,6 % der bewirtschafteten Fläche ausmacht, auseinander. Im Rahmen des G7-Gipfels hat sich das Land verpflichtet, diesen Anteil auf
25 % zu erhöhen. Im konventionellen Bereich gibt es in Japan ein Programm zur Förderung der Biodiversität mit entsprechendem Food-Label, in dessen Rahmen auf 50 % der Pflanzenschutz- und Düngemittel im Vergleich zum regionalen Standard verzichtet wird.
Im Rahmen des Projektes FINKA (2020–2025) konnte gezeigt werden, vor welche Herausforderungen ein konventionell wirtschaftender Landwirt bei einem Verzicht auf Insektizide und Herbizide gestellt wird und wie sich diese Maßnahmen sowohl auf die Biodiversität auf dem Acker als auch monetär auswirken.
Das bis Februar 2028 laufende Folgeprojekt FINKAtransfer führt das Prinzip der Betriebspaare aus je einem konventionell und einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb fort und sorgt für den Wissenstransfer der Ergebnisse aus beiden Projekten. Ein Betrieb, der seit 2020 im FINKA-Projekt mitgewirkt hat, ist die Hübner Erhardt GbR mit dem Standort in Uetze.
Betriebsleiter Florian Schambach und Senior Werner Hübner führten gemeinsam mit Projektbearbeiterin Alexandra Spahn vom Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V. und Projektkoordinatorin Sabrina Skott vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) die Gäste einen Nachmittag lang über den Betrieb und erläuterten die Maschinen für die mechanische Beikrautregulierung und Bodenbearbeitung sowie die ackerbaulichen Gegebenheiten vor Ort.
Der Besuch bot damit eine gute Gelegenheit, Erfahrungen aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Systemen auszutauschen und zu diskutieren, wie der Wissenstransfer über Ländergrenzen hinweg neue Perspektiven für die praktische Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen eröffnen kann. Im Rahmen einer Feldrundfahrt wurde die FINKAtransfer-Fläche sowie eine betriebseigene Sojabohnenfläche besichtigt. Der Anbau von Soja hat in Japan eine lange Tradition und bot viel Gesprächsstoff für den ackerbaulichen Austausch.