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Tag der Biodiversität: Die Projekte FINKA (Förderung von Insekten im Ackerbau) und FINKAtransfer

Ziel des Projekts FINKA war die Förderung der Biodiversität von Insekten im Ackerbau durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Herbizide und Insektizide. Es wurde von April 2020 bis Dezember 2025 von den Verbundpartnern Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN), dem Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e. V. (NAN), dem Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e. V., der Georg-August-Universität Göttingen sowie dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels Bonn durchgeführt.

Die 30 „Betriebspaare“, bestehend jeweils aus einem ökologisch und einem konventionell wirtschaftenden Betrieb, arbeiteten während der fünf Projektjahre eng zusammen. Der konventionell wirtschaftende Betrieb stellte die Maßnahmenfläche bereit, auf der auf Insektizide und Herbizide verzichtet wurde. Beide Betriebe legten zusätzlich jeweils eine betriebsüblich bewirtschaftete Vergleichsfläche mit derselben Kulturart an –ökologisch bzw. konventionell geführt. Das Know-how sowie die Technik für die mechanische Beikrautregulierung stellte der ökologisch wirtschaftende Betriebspartner zur Verfügung. 

Auf insgesamt 90 Flächen wurden ökologische Begleituntersuchungen zur Biodiversität von Insekten und Ackerbegleitflora sowie ökonomische Untersuchungen durchgeführt. Auf den Maßnahmenflächen lagen die gemessenen Parameter zur Biodiversität der Ackerbegleitflora und der Insekten in der Regel zwischen den Werten der konventionell und der ökologisch bewirtschafteten Vergleichsflächen. Erfasst wurden unter anderem die Beikrautdeckung, die Artenzahl der Beikräuter sowie das potenzielle Blühangebot. Zusätzlich wurden der HNV-Naturwert als Anzeiger für Arten- und Strukturvielfalt der Fläche sowie das Vorkommen gefährdeter oder potenziell gefährdeter Arten berücksichtigt. Bei den Insekten wurden die Biomasse und die Artenzahl fliegender Insekten sowie die Artenzahl der Laufkäfer im Feldinneren erhoben.

Es konnte festgestellt werden, dass der Verzicht auf Herbizide und Insektizide über verschiedene Kulturen, Standorte und Witterungsbedingungen hinweg die Biodiversität von Insekten und Ackerbegleitflora fördert. Die Ergebnisse zur Insektenvielfalt variierten je nach untersuchter Kultur. Trotz dieser Unterschiede zeigte sich, dass eine Reduktion von chemischen Pflanzenschutzmitteln sowie die angepasste Kulturführung mit Hacke und Striegel leicht positive Auswirkungen auf die Insektenvielfalt haben. Dieser Effekt zeigte sich auch bei schwankenden Witterungsbedingungen und unterschiedlich hohen Gesamtmengen an Insekten zwischen den Jahren. 

Nimmt man die Flächen der Öko-Betriebe als Entwicklungsziel mit der im Vergleich höchsten Insektenvielfalt, näherten sich die Flächen mit herbizid- und insektizidfreier Bewirtschaftung hinsichtlich Biomasse und Artenzahl der Fluginsekten über die Jahre zunehmend der ökologischen Variante an. Die auf den Flächen umgesetzten ackerbaulichen Maßnahmen wurden außerdem ökonomisch bewertet. Die detaillierten Auswertungen je Kultur finden Sie unter www.finka-projekt.de. Ziel des Projekts war es, Lösungsstrategien zur Förderung der Biodiversität von Insekten zu erarbeiten – welche ebenfalls auf der Website zu finden sind – und eine breite Diskussion innerhalb der Landwirtschaft anzustoßen.

Hieran knüpft das vom 02.03.2025 bis 28.02.2028 geförderte Folgeprojekt „FINKAtransfer“ an, das von KÖN und NAN weitergeführt wird. Den ackerbaulichen Teil von FINKA führen acht Betriebspaare fort. Dabei soll ein stärkerer Fokus auf den Beikrautbesatz verringernde Faktoren wie Sortenwahl, angepasste Saatzeitpunkte sowie Bei- oder Untersaaten gelegt werden. 

Zudem werden weiterhin Workshops und Feldtage stattfinden, um den Wissenstransfer zu stärken. Auch landwirtschaftliche Berufsschulen und weitere landwirtschaftliche Bildungseinrichtungen werden gezielt angesprochen. Das Konzept sowie Hinweise zu Veranstaltungen finden Sie ebenfalls unter www.finka-projekt.de.